Voraussetzung zum Erreichen einwandfreier und dauerhafter Verklebungen ist eine materialabhängige Vorbehandlung der Klebflächen. Saubere, von Staub, Schmutz und Fett befreite, trockene Oberflächen eignen sich am besten zum erfolgreichen Kleben.
Die Klebflächen von Metallen, Keramik oder Glas sind zumindest mit einem Fettlösungsmittel (z.B. Aceton, Ethylacetat, Trichlorethan) gründlich von Öl, Schmutz und Fett zu reinigen. Falls möglich, sollte die Reinigung im Ultraschallbad erfolgen.
Höhere Klebfestigkeiten werden durch zusätzliches mechanisches Aufrauhen (z.B. mit Sandpapier Körnung 400) oder Sandstrahlen erreicht. Nach dem Aufrauhen, sollte erneut entfettet und getrocknet werden.
Die höchsten Klebfestigkeiten ergeben in den meisten Fällen chemische Beizverfahren.
Bei der Verklebung von Aluminium werden die höchsten Klebfestigkeiten auf der Legierung AlCuMg1 erhalten, wenn diese nach dem Pickling-Beizverfahren in Anlehnung an DIN 53281 Teil 1 vorbehandelt wurde. Weitere Festigkeitserhöhungen lassen sich erzielen durch zusätzliche Imprägnierung der gebeizten Fügeteile mit Polymerics-Primer, der 1h vor der Anwendung mit 5% Wasser versetzt wird. Beachten Sie dabei, daß der Haftvermittler auf den Klebstofftyp abgestimmt sein muß.
Beizen mit Oxalsäure-Schwefelsäure:
| Oxalsäure | 10 Teile |
| konz. Schwefelsäure (Dichte 1,82 g/ml) | 10 Teile |
| dest. Wasser | 80 Teile |
Die Oxalsäure im Wasser auflösen und dann die konz. Schwefelsäure unter Rühren langsam zugeben (Vorsicht, ätzend! Unter Abzug arbeiten!) Das Beizbad auf 90 °C bis 95 °C erwärmen
Die Fügeteile eintauchen und beobachten. Wenn sich ein schwarzer Belag bildet, weitere 8 min im Beizbad lassen. Achtung: andere Edelstahltypen als 1.4301 zeigen u.U. keine Belagbildung - in diesem Fall die Fügeteile max. 30 min behandeln. Anschließend die Fügeteile aus dem Bad entnehmen und den gebildeten schwarzen Belag mit einer harten Bürste unter fließendem, kaltem Wasser abbürsten. Mit dest. Wasser nachspülen und dann bei 100 bis 120 °C trocknen. Das Verkleben sollte unmittelbar nach der Vorbehandlung erfolgen.
Die Klebflächen mit Sandpapier der Körnung 400, durch Sandstrahlen oder mit Hartmetallwolle aufrauhen. Anschließend mit Chloroform entfetten. Die Klebflächen der fettfreien Fügeteile anschließend für 1 Minute in folgendes Ätzbad eintauchen (Vorsicht! Stark ätzend!):
| Flußsäure (HF, 48-50 %ig) | 15 Teile |
| dest. Wasser | 85 Teile |
Danach mit Wasser gut waschen, mit dest. Wasser nachspülen und bei 100 bis 120 °C trocknen.
Zum Entfetten von Glasoberflächen wird mehrmaliges Abwischen der Oberfläche mit sauberem Wattebausch oder Zellstoff, getränkt mit Ethylacetat p.a, empfohlen. Besonders wirksam ist auch eine Entfettung mit Ethylacetat im Ultraschallbad.
Alternativ kann man die Glasfügeteile 15 min in einer Spülmittellösung bei 40-50 °C im Ultraschallbad reinigen. Danach zunächst gründlich mit Leitungswasser und schließlich mit dest. Wasser spülen.
Durch Luftfeuchtigkeit bildet sich auf Klebflächen sehr schnell eine monomolekulare Wasserschicht aus, die sich störend auf die Verklebung auswirkt. Um diese Wasserschicht von der Glasoberfläche zu entfernen, ist es erforderlich, die Fügeteile unmittelbar vor dem Kleben 20 min bei 100 °C zu trocknen. Die Verklebung sollte danach so schnell erfolgen, daß die Fügeteiltemeratur mindestens 10 °C über der Raumtemperatur liegt. Die relative Luftfeuchtigkeit in dem Kleberaum sollte unter 30 % liegen. Können diese Bedingungen nicht eingehalten werden dann sollte ein Haftvermittler aufgetragen werden.
Polyester sollte mit Sandpapier der Körnung 400 aufgerauht, anschließend entstaubt (z.B. in Methanol im Ultraschallbad), getrocknet und schließlich mit Primer imprägniert werden.
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